Archiv der Kategorie: leben

Es ist so eine Sache mit der Scham

Die Frau, die du mehr oder weniger nur vom Sehen und Grüßen kennst, sagt: „Du hast ja viel abgenommen, toll. Jetzt noch fünf Kilo, dann ist es perfekt.“ Sie weiß nicht, was du seit Monaten durchgemacht hast, um 15 Kilo abzuspecken. Die Essstörungen, die Kreislaufzusammenbrüche, das ständige Kalorienzählen, der Kontrollzwang, all die negativen Gedanken, weil sich alles nur noch ums Essen dreht, die Frage, ob du jemals ein völlig normales Verhältnis zu Lebensmitteln haben wirst. Und seien wir ehrlich: Es interessiert sie auch nicht, so wie es die meisten nicht interessiert.

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Ein leeres Blatt Papier

„Ich möchte…“, schreibe ich mit zarten Federstrichen. Gut, ich schreibe es mit blauer Tinte aus einem Kugelschreiber, den ich vor Jahren auf einer Messe eingesteckt habe. Der Werbeaufdruck ist verräterisch. Egal. „Ich würde gerne…“, male ich Buchstaben für Buchstaben auf das edle Blatt Papier, das vor mir auf meinem Schreibtisch liegt. Okay, nein. Ich kritzle hektisch in meinen Notizblock, ein kariertes, leicht vergilbtes Etwas mit Eselsohren. Sitze nicht an meinem Schreibtisch, sondern lümmle auf meiner Couch. Der Kopf ist schwer vom Nachdenken, die Füße lagern auf der Armlehne.

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Wenn Idealismus erwachsen wird

„Ich habe nur das Gefühl, dass du irgendwann an deinem Idealismus zerbrichst“, sagt er. Ich will nicken und schreien: „Ja, verdammt, genau das ist mein Problem!“ Stattdessen schweige ich. Der Kloß in meinem Hals wächst. Gib dir jetzt keine Blöße, denke ich und kämpfe tapfer gegen die aufsteigenden Tränen an. Er steigt in die U-Bahn und ich gehe stumm den Bahnsteig entlang. Ich drehe mich nicht mehr um.

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Frau Karrer sucht das Glück

Das wird jetzt ein bisschen peinlich, aber die Vorgeschichte dazu, wie ich einen meiner vielleicht glücklichsten Momente erlebt habe, kann ich euch natürlich nicht vorenthalten. Die ungeschönte Wahrheit ist nämlich: Vor ein paar Jahren habe ich mich gemeinsam mit meiner Begleitung, die ich hiermit anonym lasse (es genügt ja schon, wenn ich mich blamiere ;)), tatsächlich in der Lobau verirrt.

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Alte Donau statt Hohe See: Eine Bootsfahrt in den Sonnenuntergang

Eine Bootsfahrt auf der Alten Donau, die kann einfach nur lustig sein… In meiner Vorstellung ist das Leben sowieso kaum irgendwo schöner als auf einem Boot. Als Mädchen hatte ich sogar eine Phase, in der ich unbedingt Muschelfischerin werden wollte. Wenn man den Sommer über Jahre hinweg bei den holländischen Freunden verbringt, die eben vom Muschelfang leben, ergibt sich das vielleicht zwangsläufig. Allerdings haben sie mir auch nur die besten Seiten gezeigt: Mal kurz ans Steuer dürfen, den Erwachsenen zuschauen, wie sie sich zum Tauchen ins Wasser runterlassen, im Becken, in dem normalerweise die Muscheln lagern, schwimmen, später sogar ein sonntägliches Picknick auf einer Sandbank machen – sagen wir so: Wenn wir Kinder mit aufs Schiff durften, ging es ausnahmsweise nicht um harte Arbeit. Einmal bin ich auf dem feuchten Boden ausgerutscht und seitdem ziert eine kleine Narbe meinen Unterschenkel. Die erinnert mich an eine wahnsinnig schöne Zeit, die ich mit lieben Menschen am Wasser verbringen durfte.

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Auf ein Bier im Bockshorn, Wiens ältestem und kleinstem Irish Pub

Es ist so: Man trifft sich auf ein Bier und dann werden es zwei, drei oder vier. Oder habt ihr euch ernsthaft schon mal für „ehrliche drei Bier“ verabredet? Ist aber im Endeffekt auch egal, so lange die Begleitung, das Lokal und somit der Abend nett sind. Tipps, wie ihr eine angenehme Begleitung für euren Bierabend findet, kann ich euch jetzt nicht geben (obwohl.. naja vielleicht ein andermal ;)), aber beim Lokal kann ich dafür weiterhelfen: Lasst euch ausnahmsweise mal ins Bockshorn jagen. Und zwar nicht im Sinne von „sich einschüchtern lassen“, logisch, sondern im Sinne von „Lasst euch ein bisschen verwirren“.

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