Archiv der Kategorie: leben

Sommer. Eine Liebeserklärung.

Du fehlst mir, Sommer. Die Leichtigkeit meiner Schritte, wenn ich auf dünnen Sohlen über den aufgeheizten Beton schlürfe. Das Gefühl der Grases unter meinen nackten Füßen. Der warme Fahrtwind, der meine Haare umspielt. Kurze, heftige Regengüsse, die Abkühlung versprechen, um dieses Versprechen dann doch zu brechen. Und dennoch ist es ein schöner Traum. Heftige Sommergewitter. Die vielen kleinen Sommersprossen in meinem Gesicht. Gebräunte Haut.

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Das alte Ehepaar an der Bushaltestelle

In meinem „neue Blogbeiträge“-Ordner liegen aktuell so viele halbfertige Texte und Ideenschnipsel für größere Geschichten, dass eigentlich gar keine Zeit für Anekdoten bleiben dürfte. Aber manchmal sind es gerade diese vermeintlich unbedeutenden Momente, diese kleinen Begegnungen, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Für die anderen Geschichten ist später auch noch Zeit.

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Es ist so eine Sache mit der Scham

Die Frau, die du mehr oder weniger nur vom Sehen und Grüßen kennst, sagt: „Du hast ja viel abgenommen, toll. Jetzt noch fünf Kilo, dann ist es perfekt.“ Sie weiß nicht, was du seit Monaten durchgemacht hast, um 15 Kilo abzuspecken. Die Essstörungen, die Kreislaufzusammenbrüche, das ständige Kalorienzählen, der Kontrollzwang, all die negativen Gedanken, weil sich alles nur noch ums Essen dreht, die Frage, ob du jemals ein völlig normales Verhältnis zu Lebensmitteln haben wirst. Und seien wir ehrlich: Es interessiert sie auch nicht, so wie es die meisten nicht interessiert.

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Ein leeres Blatt Papier

„Ich möchte…“, schreibe ich mit zarten Federstrichen. Gut, ich schreibe es mit blauer Tinte aus einem Kugelschreiber, den ich vor Jahren auf einer Messe eingesteckt habe. Der Werbeaufdruck ist verräterisch. Egal. „Ich würde gerne…“, male ich Buchstaben für Buchstaben auf das edle Blatt Papier, das vor mir auf meinem Schreibtisch liegt. Okay, nein. Ich kritzle hektisch in meinen Notizblock, ein kariertes, leicht vergilbtes Etwas mit Eselsohren. Sitze nicht an meinem Schreibtisch, sondern lümmle auf meiner Couch. Der Kopf ist schwer vom Nachdenken, die Füße lagern auf der Armlehne.

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Wenn Idealismus erwachsen wird

„Ich habe nur das Gefühl, dass du irgendwann an deinem Idealismus zerbrichst“, sagt er. Ich will nicken und schreien: „Ja, verdammt, genau das ist mein Problem!“ Stattdessen schweige ich. Der Kloß in meinem Hals wächst. Gib dir jetzt keine Blöße, denke ich und kämpfe tapfer gegen die aufsteigenden Tränen an. Er steigt in die U-Bahn und ich gehe stumm den Bahnsteig entlang. Ich drehe mich nicht mehr um.

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Frau Karrer sucht das Glück

Das wird jetzt ein bisschen peinlich, aber die Vorgeschichte dazu, wie ich einen meiner vielleicht glücklichsten Momente erlebt habe, kann ich euch natürlich nicht vorenthalten. Die ungeschönte Wahrheit ist nämlich: Vor ein paar Jahren habe ich mich gemeinsam mit meiner Begleitung, die ich hiermit anonym lasse (es genügt ja schon, wenn ich mich blamiere ;)), tatsächlich in der Lobau verirrt.

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