Unterwegs auf den Steinhofgründen: von der Otto-Wagner-Kirche über die Jubiläumswarte zur Villa Aurora

Auf der Suche nach Ruhe vom Großstadtlärm habe ich die Steinhofgründe entdeckt. Geplant war eigentlich nur ein Ausflug zur Kirche am Steinhof, aber dann war es dort so schön, das Wetter hat gepasst, also sind wir einfach geblieben und haben die Gegend erkundet.

Kirche am Steinhof

Die von Otto Wagner erbaute Jugendstilkirche, die offiziell Kirche zum heiligen Leopold heißt, erreicht man durch das Gelände des Sozialmedizinischen Zentrums Baumgartner Höhe. Auf dem Weg vom Bus dorthin haben mich durch die Gitterstäbe gleich mal zwei große Augen anschaut. Ein Reh. Leider hatte ich meine Kamera nicht so schnell zur Hand, wie das Reh wieder verschwunden war. Egal. Wir mussten uns ein wenig beeilen, denn die Kirche hat eher selten geöffnet und wir wollten sie natürlich auch von Innen sehen, wenn wir schon mal da waren. Also rein ins Gelände, Wege rauf, Stufen rauf, ein wenig verdienen muss man sich den Anblick schon. (Blöderweise gibt es dort oben keine Toilette, also seid gewarnt, ich bin die Stufen dann später alle nochmal runter gelaufen, bevor wir unsere kleine Wanderung starten konnten. ;))

Die Kirche wurde übrigens von 1904 bis 1907 erbaut und 2006 nach sechsjähriger Bauzeit wiedereröffnet. Alleine für die imposante Kuppel wurden dabei zwei Kilogramm Blattgold verwendet, wenn man dem Wikipedia-Eintrag trauen darf – dort dürft ihr übrigens alles weitere zu Geschichte und Architektur selbst nachlesen.

Mir gefällt die Bauweise ja außerordentlich gut. Fast schade, dass die Kirche etwas versteckt am Rande Wiens liegt, allerdings ist sie alleine durch ihre goldene Kuppel von oben fast unübersehbar und das ist gut so. Die Engerln draußen sind zum Beispiel ziemlich herzig, finde ich.

Das Innere der Kirche sieht man zwar, wie erwähnt, nicht allzu oft, dafür spielen sie nette Musik und der Eintritt ohne Führung kostet gerade mal zwei Euro. Drinnen spaziert man halt herum und bewundert die vielen hübschen Details. Beziehungsweise fotografiert sie, was bei mir oft recht lange dauern kann.

Steinhofgründe

Irgendwann hatten wir aber wirklich alles gesehen und haben uns in die Landschaft gestürzt. Und das ist eine verdammt schöne Landschaft da draußen. Viel Wiese, viel Wald und an diesem Tag viele, viele Sonnenhungrige.

Wir hatten unser Ziel klar vor Augen: die Jubiläumswarte. Wie so oft wollte uns mein iphone-Navi zwar mit der Kirche ums Kreuz schicken (ich bin das gewöhnt und vermutlich ist es eine Art Stockholm-Syndrom, dass ich es trotzdem immer und immer wieder damit versuche), aber wir haben uns dann nicht ins  ins Bockshorn jagen lassen, zumal der Weg echt gut ausgeschildert ist und man die Jubiläumswarte dank ihrer Höhe immer wieder auch hinter den Bäumen erspäht.

Bärlauch gibt’s dort übrigens in Hülle und Fülle. Geheimtipp! (Das Pesto wartet bereits in meinem Kühlschrank auf Verkostung.)

Jubiläumswarte

Vor dem Erklimmen der Jubiläumswarte habe ich blöderweise nicht daran gedacht, dass ich ein wenig unter Höhenangst leide. Also zumindest dann, wenn ich nicht nur in die endlose Weite, sondern auch die gefühlt tausende Kilometer hinunter auf den Beton schaue, während mir der Wind um die Nase weht. Egal, der Ausblick ist einfach unbezahlbar. Da darf man schon mal weiche Knie bekommen.

Am höchsten Punkt angekommen war ich sogar noch ein bisschen verliebter in Wien als ich es sowieso schon bin. Wobei ich immer ein Stück weiter verliebter in Städte bin, wenn ich sie mir von oben ansehen kann.

Weil wir inzwischen hungrig geworden waren, wollten wir dann noch rüber zur Villa Aurora spazieren, ein Restaurant, das ich von früher in sehr guter Erinnerung hatte. Ein paar schöne und lustige Schmankerln sind uns auf dem Weg dorthin noch begegnet.

Schloss Wilhelminenberg

Mein „magic moment“ war aber eindeutig der Ausblick vom Schloss Wilhelminenberg, inzwischen ein Hotel, auf Wien. Diesen Ort kannte ich nämlich auch nicht, also zumindest war mir nicht klar, dass man den auch genießen darf, wenn man kein Hotelgast ist.

Ich meine, ehrlich jetzt, wie viel schöner kann sich eine Stadt präsentieren? 🙂

Villa Aurora

Aber gut, dass die Villa Aurora vom Schloss weg nur noch ein paar Gehminuten entfernt liegt und wir den letzten freien Tisch ergattern konnten (eine Reservierung scheint zumindest bei schönem Wetter wirklich von Vorteil zu sein).

Essen top, Ausblick top, was will man mehr? Und der Bus hält sogar direkt vor der Türe, wobei ich nicht unbedingt wieder weg wollte, aber Zimmer gibt’s dort leider keine. Aber ich kann ja wieder kommen – und das werde ich wohl auch tun.

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2 Gedanken zu „Unterwegs auf den Steinhofgründen: von der Otto-Wagner-Kirche über die Jubiläumswarte zur Villa Aurora“

    1. Oje, wie peinlich, da hab ich offensichtlich die Bezirksgrenze ignoriert. Danke für den Hinweis, ich hab den Satz gestrichen.

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