Urlaub im Kloster: All about Love

Ratet mal, was zuletzt Hauptthema all meiner Gespräche war. Im Klosterurlaub nämlich. Nein, es war nicht dieser Franziskus, das in meinen Augen ganz undemokratisch gewählte, neue Oberhaupt der röm.-kath. Kirche. Es waren Beziehungen. Welcher Art auch immer. Weil sie wichtig sind. Ob für die Klosterschwestern („Freundschaften sind wesentlich, nicht nur im Kloster, sondern auch außerhalb“, „Beziehungen können vielfältig sein; wenn eine plötzlich endet, wodurch auch immer, tut das schon weh“) oder für die liebe alte Bekannte, die ich am letzten Abend treffe („Was tut sich so in der Liebe?“ – ich frage, sie antwortet; sie fragt, ich antworte).

Mein Fazit: Mit den Nonnen kann ich in Sachen Beziehungen gut mithalten. Wenn man meine vielen lieben Freunde und Bekannten, von denen das meiste so gar keine oberflächlichen Verbindungen sind, her nimmt. Klar, ich wünsche denen zum Abschied kein „Gottes Segen“, sondern drücke ihnen ein Bussi auf die Wange und sag‘ „Baba“. Nicht mithalten kann ich mit M. Sie: glücklich verliebt. Ich: nicht. Warum, fragt sie. Ich erzähle ihr von meinen letzten Jahren. Ich kann an ihren Augen erkennen, dass sie mich versteht. „Was nicht heißt, dass ich mich nicht gerne wieder verlieben würde“, schiebe ich hinten nach. „Kann man halt nicht erzwingen, hm?“

Reden, nicht kränken

Nicht-Single-Frau und Single-Frau sind sich allerdings einig, dass wir beide heute vieles anders machen würden. In Sachen Beziehungen. Dass selbst eine verflossene Liebe eine Kränkung hinterlassen haben kann, egal, wie lange sie vorbei ist und wie viele andere Lieben es danach gab. Dass es legitim ist, das so zu empfinden, auch wenn andere das anders sehen. Ich glaube wirklich, dass ich mich vor unserem Gespräch ein kleines Stück weniger verstanden gefühlt habe. Manches ist einfach gut, so lange man dem anderen nicht begegnet. Manches ist auch dann gut (irgendwann…), wenn man dem anderen wieder begegnet. Aber manche Narben bleiben. Möglicherweise tut es gut, diese(n) Menschen doch noch in diesem Leben damit zu konfrontieren. Und ihnen bei der Gelegenheit unter die Nase reiben, wie viel besser im Bett doch alle nach ihm waren. Ach Rache, so ein kurzes Wort und so ein blödes Gefühl… Aus Liebe kann eben leicht auch Hass werden, aber das ließe sich meistens verhindern, würde man miteinander sprechen. Sicher macht man selbst auch Fehler, aber was tun mit einem Menschen, der jahrelang schweigt, um eines Tages plötzlich seine Koffer zu packen, um zu gehen?

Bloß keine Mauern aufbauen…

Natürlich die Liebe!

Auf dem Weg zum Bahnhof frage ich meine Taxifahrerin, was sie von Linz nach Villach verschlagen habe. „Die Liebe“, sagt sie, während mich ihre Augen anleuchten. „Ich dachte es mir, der Klassiker“, grinse ich. Wir lachen, verabschieden uns – und schon geht’s wieder heim nach Wien. Wo schon viele Beziehungen auf mich warten. Vielleicht doch auch in absehbarer Zukunft einmal sowas wie ein Traummann?

c Sabine Karrer
Zeit für Frühlingsgefühle

P.S.: Der Traummann fährt übrigens bestimmt in einem anderen ÖBB-Zug mit. Ich hab‘ mich umgeschaut, hier ist er nicht. Vielleicht fliegt er auch lieber. Wäre okay… 😉

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