Urlaub im Kloster: Habemus Matsch

Der Super-GAU ist also eingetroffen: Ich im Kloster und wir sind Papst. Wobei ich mich nicht zu „wir“ zähle, aber die Belegschaft hier hat „Habemus Papam“ ebenso wie die meisten Gäste in helle Aufregung versetzt. Während also alle ins Fernsehzimmer gestürmt sind, sind mein Villacher Bier und ich einfach im Speisesaal sitzen geblieben. Ruhe wollte ich, Ruhe habe ich bekommen. Ich seh’s positiv.

c Sabine Karrer

Gatsch-Spaziergang

Das Ende der Konklave war im Grunde die logische Folge des heutigen Tages. Es hat geregnet und geregnet. Ohne Ende. Weißer Rauch ist aus den meisten Schornsteinen in der Umgebung schon den ganzen Tag aufgestiegen. Man heizt eben bei dieser Kälte. Eingemummt in Winterjacke, Schal und Haube habe ich mich am Nachmittag dann doch ein paar Schritte aus dem Haus gewagt. Die Jeansbeine rasch noch in die Winterstiefel gesteckt, damit sie nicht schmutzig werden. Die Kamera so sicher wie möglich an mich geschmiegt, damit sie nicht allzu nass wird. Immer mutiger werdend, habe ich mich die Klostermauer entlang Richtung Aussichtspunkt gehantelt. Ein großartiger Blick auf die Drauschleife von dort oben. Darf man sich nicht entgehen lassen!

c Sabine Karrer

Bloß aufpassen, wo ich hintrete, habe ich mir noch gesagt. Der Absturz ist glücklicherweise erst gekommen, als ich den Abgrund bereits hinter mir gelassen hatte. Nicht ganz unerwartet bei dem Matsch, aber doch plötzlich, bin ich mit meinem Allerwertesten mitten im braunen Schlamm gelandet, der normalerweise ein Weg ist. Der Tag, an dem ein neuer Papst gewählt wurde, war also der Tag, an dem ich von einem Moment auf den anderen so schmutzig war, wie normalerweise die Kinder in der Waschmittelwerbung vom Fußball nachhause kommen.

Lei lafn losn

Es regnet übrigens immer noch. Vielleicht ist morgen ein guter Tag, um noch ein Buch auszulesen. Oder endlich an meinem eigenen weiter zu arbeiten. Oder über Frösche zu sinnieren. Oder Kunstwerke aus Gatsch zu formen. Man wird sehen. „Los lei lafn, is lei wosa“, sagen die Kärntner so schön. Ich beziehe das mal auf den Dauerregen und versuche mich in Kärntnerischer Gelassenheit. 😉

c Sabine Karrer

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3 Gedanken zu „Urlaub im Kloster: Habemus Matsch“

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