Wer mich kennt, weiß: Schweigen ist nicht so meine Stärke. In der Sagrada Familia schwieg ich aber für bestimmt eine Stunde, so sehr fesselte mich die Atmosphäre in der Basilika inmitten Barcelonas, die in der deutschen Übersetzung „Sühnekirche der Heiligen Familie“ heißt. Schon die Fassade ist spektakulär. Als ich davor stand, fragte ich mich, ob Antoni Gaudí jemals tatsächlich geglaubt hatte, der Bau würde noch zu seinen Lebzeiten fertiggestellt werden. Okay, dass er von einer Straßenbahn überfahren und so plötzlich aus dem Leben gerissen werden würde, das konnte er nicht wissen, als 1882 mit dem Bau begonnen wurde. Allerdings war er da schon nicht mehr der Jüngste und das römisch-katholische Gotteshaus war zu diesem Zeitpunkt noch immer weit entfernt davon, vollendet zu werden. Ob das überhaupt jemals passieren wird, bezweifeln viele. Geplant ist die Fertigstellung nichtsdestotrotz für 2026, rechtzeitig zu Gaudís 100. Todestag.
Wohin auch immer ich bisher gereist bin, im Vorfeld hat sich zumindest eine Person gefunden, die etwas an meinem Reiseziel auszusetzen hatte. Bei Barcelona: kein einziger. Im Gegenteil. Jeder kam ins Schwärmen. „Meine Lieblingsstadt“ nannte ein Kollege die Hauptstadt Kataloniens und zweitgrößte Stadt Spaniens sogar. Ich kann das jetzt bestätigen: Sie ist einfach (ich benutze dieses Wort nicht besonders oft) zauberhaft. Und nun auch meine Lieblingsstadt.
Die „Eagles of Death Metal“ (EODM) haben gestern ihr Wien-Konzert nachgeholt. Zu meinem Leidwesen auf Grund der großen Nachfrage im Gasometer statt wie geplant in der Arena. Ich bin ein großer Arena-Fan, dagegen finde ich am Gasometer einfach alles komplett unsexy. Vom Einkaufszentrum bis zur Konzerthalle. Aber egal, da mussten wir durch. N., die mich netterweise begleitet hat (ich kaufe ja nie nur eine Konzertkarte, irgendwer hat sich immer noch gefunden ;)), meinte, weiter hinten, zwischen Bar und Tontechnik, gäbe es ein feines Plätzchen. Das bewahrheitet sich dann auch. Bis zu dem Moment, in dem ihr rausrutscht, dass hinten vielleicht gar nicht so der tollste Platz ist… Paris, Bataclan, aja, da ist es wieder.
Sonntag vor ein paar Wochen. 10 Uhr. Ein Freund feiert seinen Geburtstag nach. Aus irgendeinem Grund, der mir nicht ersichtlich ist, treffen wir uns in der „Vollpension“ nahe der Technischen Uni. Wir sind eine relativ große Runde aus Erwachsenen und drei Babys. Kinderwagentauglich ist das Lokal nicht wirklich, aber es geht irgendwie. Zumindest wirken die Eltern halbwegs entspannt.
Diese Mut- und Risiko-Sache verfolgt mich heute ein wenig.
„Irgendwie wäre es in jeder Hinsicht echt cool, mal ein bisschen was zu riskieren“, sage ich Mittags noch zu einer Freundin. „Ist halt immer… ähm naja… mit Risiko verbunden.“ Dabei muss ich selbst lachen.
„Mehr Mut“ empfiehlt eine Wiener Gastronomin allen Kochanfängern. Den Artikel zum Interview schreibe ich nach diesem Blogbeitrag. Irgendwie eh mutig, sich vorzunehmen, heute noch einen Text fertigzustellen.
Männer mit Katzen. Männer, die sich mit nacktem Oberkörper am Strand räkeln. Männer, die auf der Ledercouch posen. Männer, die Fotos ihrer(?) Kinder posten. Männer, Arm in Arm mit dem besten Freund oder der besten Freundin (oder der Ex?). Männer mit unscharfen, viel zu dunklen Fotos, auf denen sie nicht einmal ansatzweise lachen. Stehen manche Frauen auf düstere, traurige Kerle? Männer, die sich mit dem Handy in der Hand vorm Spiegel fotografieren. Der eine mit Bierdose ist ja fast schon wieder cool. Und Sportfotos! Nahezu jeder scheint hier regelmäßig mit den Fallschirm aus Flugzeugen zu springen, den Mount Everest zu besteigen oder wenigstens Marathon zu laufen.