Wer im Laufe seines Lebens schon oft genug mit Rassisten, Populisten, Hatern gestritten hat, in sozialen Medien und im echten Leben, sich den ganzen Scheiß manchmal sogar einfach nur zwangsweise angehört hat, ohne einzugreifen, weil er eigentlich seine Ruhe haben und gar nicht streiten wollte, der lernt irgendwann, dass er sich auch selbst schützen muss. Eine Möglichkeit habe ich heute gefunden.
Eine süße Sensation gab es vor einem halben Jahr im Tiergarten Schönbrunn: Panda-Mama Yang Yang brachte Zwillinge zur Welt. Inzwischen sind die beiden Geschwister ganz schön aktiv und versuchen auch schon mal, den Baumstamm rauf und runter zu klettern. Wie putzig das aussieht, habe ich am Wochenende mit meiner Kamera festgehalten.
Ein Tag an Neuer Donau und Donau, an einem Lieblingsplatzerl, zwischen Eis und Sonne, unter blauem Himmel, mit eisigen Naturschönheiten, mit ganz viel Wienliebe im Herzen. Quasi eine Foto-Lovestory.
Vor ein paar Tagen habe ich begonnen, meinen persönlichen Jahresrückblick zu schreiben. Egal, wie lange ich daran herumgefeilt habe, er ist nicht besser geworden. Im Gegenteil. Es ging um tote Künstler, um das, was alles schief gegangen ist oder zumindest nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Also habe ich begonnen, meinen Fotoordner 2016 durchzusehen. Und habe dabei bemerkt, wie viel Großartiges ich in diesem Jahr in Wirklichkeit erlebt habe. Etwas, an das man sich selbst anscheinend gar nicht oft genug erinnern kann.
Wir sind in einem Lokal Nähe Naschmarkt verabredet. Am Weg dorthin speichere ich noch einen Link zu dem, was gerade in Berlin passiert, ab. Ich möchte etwas zum Zusammenhalt von Menschen in Extremsituationen schreiben. Über den sorgsamen Umgang miteinander, von der ich in einem Tagesspiegel-Artikel lese. Darüber, wie Menschen an diesem schrecklichen Montagabend anderen geholfen haben, wie sie nun zusammen stehen, um gemeinsam zu trauern, das Erlebte zu bewältigen, wie sie scheinbar gerade besonders viel Rücksicht aufeinander nehmen. Und dann komme ich plötzlich selbst in eine Situation, in der jemand auf die Hilfe anderer angewiesen ist. In der wir alle, die uns lediglich der Zufall hierher gebracht hat, zusammen stehen müssen, um das Leben eines Menschen zu retten. Später, als es vorbei ist, wird jeder von uns ein Stück weit vorsichtiger mit dem anderen umgehen. Wir kennen einander nicht, aber das Erlebte verbindet uns nun ein wenig.
Über Dating-Apps ist schon so viel geschrieben worden, dass ich dazu ursprünglich kein Wort mehr verlieren wollte. Nun ist es aber so, dass ich in den letzten Tagen wahnsinnig viel darüber gesprochen habe und inzwischen bin ich ja ein bisschen Expertin in diesem Feld geworden. Und tatsächlich gibt es doch noch etwas zu sagen. Also bitte: Das hier wird dann vermutlich wirklich meine letzte Tinder-Story…