Eigentlich wollte ich das Centimeter am Spittelberg bis an mein Lebensende meiden. Vergleichbar vielleicht mit dem Ex, den man auch nie wieder hören und sehen wollte, und dann ergibt sich irgendwann doch ein erneutes Zusammentreffen und man merkt wahlweise, dass es mit ihm erstaunlich okay ist, oder aber man bekommt bestätigt, warum man damals keinen Kontakt mehr wollte. So ist das mit dem Centimeter auch. Viele Jahre war ich nicht mehr drinnen, bis es mich gestern mit ein paar Bekannten auf den Weihnachtsmarkt am Spittelberg verschlägt. Uns ist kalt, wir haben Hunger, die Entscheidung der Gruppe fällt auf eben dieses Lokal, also gebe ich ihm eine neue Chance.
Das Grätzel rund um die Taborstraße kenne ich recht gut. Vor allem Abends. Mein Stammlokal, das Tachles, ist gleich um die Ecke, außerdem das Bricks, der Würstelstand vorm Bricks, die sehr gemütliche Hammond Bar (eine ausdrückliche Empfehlung von mir, weil sie auch wirklich was von Cocktails verstehen – und okay, rauchen darf man auch ;)), im „Naschkätzchen“ hatte ich mal eine Art Frühstücks-Date, das mexikanische Restaurant Pancho (auch eine Empfehlung), im Sommer lockt der Augarten… Aber findet in der Gegend mal Vormittags ein nettes Lokal für ein schnelles Frühstück.
„Du solltest Kolumnen schreiben“, meinte eine liebe Kollegin erst gestern zu mir. Ehrlich, ich würde das sehr gerne machen, insgeheim ist das sogar ein Traum von mir. Ideen hätte ich unendlich viele.
Dank Twitter weiß ich, dass heute nicht nur Faschingsbeginn ist und mein herzallerliebster Bruder Namenstag hat, sondern dass zudem #SingleDay ist. Wem fällt so ein Blödsinn ein? Als ob der Valentinstag nicht schon genug daran erinnern würde, dass praktisch alle Freunde nur noch zu Zweit auftreten, man bei Pärchenabenden logischerweise keine Rolle spielt, und man die Frage „Kind ja oder nein“ für sich gar nicht beantworten kann, sofern man nicht von Anfang an vorhat, sein Leben als „Single mom“ zu bestreiten. Vielleicht wird diese Kindersache nie ein Thema werden, mag sein, aber solche Gedanken schleichen sich eben ein.
Im Laufe unserer Vietnam-Reise haben wir uns irgendwann unweigerlich gefragt, was man alles mit Motorrollern transportieren kann. Oder besser: Ob es eigentlich irgendetwas gibt, das man damit nicht transportieren kann. Lutz und ich haben dann begonnen, zu fotografieren, was uns an Skurrilitäten vor die Linse gefahren ist. Und die Antwort ist: Der Kreativität sind absolut keine Grenzen gesetzt. Aber seht selbst…
„Gemeinsame Erlebnisse finde ich zum Beispiel wichtig“, sagt er. „Okay, wait“, erwidere ich skeptisch, „das kann ja vieles sein…“ Er enttäuscht mich nicht. „Naja, mir ist einfach wichtig, dass man gemeinsam Blödsinn machen kann, spontan ist, das Leben genießt, die Welt entdeckt, Dinge erlebt, Freunde trifft oder auch einfach mal gemeinsam nichts tut. Wenn man Lust hat, den ganzen Tag im Bett zu verbringen, warum nicht auch das?“