In den letzten Wochen ist mir alles ein wenig über den Kopf gewachsen. Kein Mensch kann ständig nur arbeiten. Und weil ich mich inzwischen gut genug kenne, um wenigstens im letzten Moment zu erkennen, wann ich knapp davor bin, durchzudrehen, habe ich ein Machtwort gesprochen. Bis zum Toskana-Urlaub im Sommer dauert es mir noch zu lange, also mussten ein paar Tage Spontan-Auszeit her. Inklusive auf den Körper hören und so… Inzwischen ist mir wenigstens bewusst, wie sehr ich dem armen, 33-jährigen Fleisch-Knochen-Muskel-Fett-Gebilde mit jeder Zigarette, die ich rauche, und mit jedem Gramm ungesättigter Fettsäuren, die ich in mich hinein schiebe, schade. Immerhin. Mein Körper und ich nähern uns langsam wieder an. Und bekommen ein paar Tage Urlaub mit langen Spaziergängen, gesundem Essen und viel Schlaf.
Wisst ihr, was der Grund dafür ist, dass ich das Haus selten ohne Kamera verlasse? Vor meinen Augen könnte sich jederzeit eine echte Geschichte abspielen, die ich fotografisch festhalten möchte. Diese hier war so schön, dass ich sie euch unbedingt zeigen möchte:
Lange versprochen und dann doch gehalten… der Gastbeitrag zum Singlehotel.
Die Froschkönigin und ich waren also tatsächlich im Singlehotel – eigentlich fast schon wieder ewig her und kaum noch wahr, aber vielleicht mit gewissem Abstand doch nochmals einer Betrachtung wert.
Heute Nacht habe ich vom Relaxen am und im Schwimmteich, von Massagen, „Kommunikationstischen“ und Discotänzern geträumt. Leider hat mir mein Gehirn dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht: Aufgewacht bin ich nämlich wieder im schrecklich heißen Wien. Ohne jemanden, der mir mein Frühstück zubereitet, ohne jemanden, der mich fragt, wie lange ich gestern noch tanzen war, ohne jemanden, der sich dafür interessiert, was ich beruflich mache oder ob ich auch mitbekommen habe, wie sich der schleimige Kerl gestern noch an die Blonde heran gepirscht hat. Holidays are over…
Mir wird der ganze Single- und Kommunikationsscheiß langsam zu viel. Nicht falsch verstehen: Das Hotel ist immer noch spitze, Ambiente, Küche und Personal sind der Hammer, die Spa-Landschaft ist genial und die Umgebung der pure Wahnsinn. Aber ich bin es leid, das Gefühl zu haben, ständig um jeden Preis mit jedem (oder wenigstens irgendwem) kommunizieren zu müssen. Und dass jeder hier irgendwas und/oder irgendwen sucht. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich das selbst mache – aber wir Menschen bekommen nun mal ungern den Spiegel vorgesetzt.
Die liebe E. und ich waren auf Urlaub im Singlehotel Aviva im oberösterreichischen Mühlviertel. Mit vielen coolen Frauen und vielen seltsamen Männern, wie sich herausstellen sollte. Und es gab Kommunikationstische. Ja, wirklich, die heißen so…