Was ich schon alles gehört hab, quasi ein Best-of:
– Du bist super, aber es geht halt nicht.
– Es passt grad nicht.
– Du muss dringend jemand Neues kennenlernen. (Ich: Aha, würde es dir dann leichter fallen? Er: Ja.)
– Aber wir können Freunde bleiben.
– (blubb)
– Wir könnten einfach eine Affäre haben, aber das willst du ja nicht. (Nach monatelangem „blubb“.)
– Ähn… Ich hab eigentlich eine Beziehung.
– Ich häng‘ noch einer nach, die bekommt angeblich auch ein Kind von mir.
– Ich bin kompliziert.
– Du bist sicher auch nicht ganz unkompliziert.
– Du wirkst schon sehr verzweifelt, wenn ich mir diesen Frosch-Dings-Blog anschau‘. (Ich: Öhm, hast du jemals reingelesen? Er: Nö, wieso? Ich: *kopfkratz*)
Stell dir vor, du hättest nur einen Tag Zeit. Der perfekte Tag. Der letzte Tag deines Lebens. Der letzte Tag allen Lebens? 24 Stunden ohne Kompromisse. Was würdest du tun?
Ich würde mir den Mann schnappen, den ich küssen will. Und würde ihn küssen. Es gäbe keine Konsequenzen. Keine Angst. Alles wäre gut, wie es ist. Wir würden uns nahe sein, sehr nahe. Ausgiebig brunchen. Bei mir. Er würde Kaffee kochen. Ich würde Milch kaufen gehen. (Es ist doch immer die Milch, die ausgeht.) Wir würden gemeinsam Eier mit Speck braten, Brot scheiden, Orangen auspressen. Wir würden den gesamten Kühlschrankinhalt über den Fliesenboden verteilen. Und lachen, wir würden ganz viel lachen. Über die ausgegangene Milch. Über den Kaffee, den ich mal wieder neben statt in die Tasse geschüttet habe. Über das Chaos. Über dumme Schlagzeilen in unseren Lieblingszeitungen. Wir würden uns gegenseitig mit Mehl bewerfen. Ich würde mich lachend auf die Couch fallen lassen und er würde sich zu mir legen. Mir durch die Haare fahren, mich küssen, mich berühren…
Ursprünglich wollte ich hier etwas übers Fremdgehen bloggen. Weil ein kleiner, vielleicht gar nicht so großartiger Kommentar/Artikel (man weiß es nicht so genau) mit Titel Monogamie: Die große Lüge auf meiner Facebook-Pinnwand für ordentlichen Diskussionsstoff gesorgt hat.
Aber dann ist mir wieder dieses Kettenbrief-Spiel eingefallen, mit dem ich – ebenfalls über Facebook – 15 meiner Freunde zwangsbeglücken wollte. Okay okay, ihr habt ja recht, sowas kann lästig sein. Aber es geht um Bücher, die uns beeinflusst haben und es immer noch tun. Und an sowas kann ich einfach nicht vorbei. Das hat auch ganz schön viel mit froschkoeniginnen.net zu tun. Mehr, als man auf den ersten Blick vielleicht glauben könnte. Die Spielregeln: Nenne 15 Autoren, die dich beeinflusst haben und dir immer erhalten bleiben werden. Und zwar solche, die die in weniger als 15 Minuten einfallen.
Zuerst ist es lediglich ein Gerücht gewesen. Krankenhaus. Okay, das trifft jeden mal. Dann: „Er schaut wirklich sehr schlecht aus… Es schaut schlecht aus.“ Zwei Tage später: „Er soll verstorben sein, aber wir wissen es auch nur aus zweiter, dritter Hand.“ Wirklich ein Gerücht? Es gibt ja viele Menschen, die irgendetwas erzählen, weil sie irgendwo irgendetwas aufgeschnappt haben. Da muss man vorsichtig sein. Nachrichten an zig Leute geschickt, die ihn auch kennen. Leute, die ich teilweise nicht einmal selbst kenne. Niemand hat eine aktuelle Nummer gehabt, niemand hat es genau gewusst. Nur von dem Gerücht hatten die meisten gehört. Immer haben sie nur gesagt: „Wenn du irgendwas erfährst, bitte sag Bescheid.“
Möglicherweise denkst du gar nicht mehr an mich. Für mich bist du allerdings der Engel in der Not gewesen. Der, an den ich mich gewandt habe. Nicht, weil du gerade greifbar gewesen bist. Sondern weil ich gemerkt habe, dass du mir gut tust. Weil du im richtigen Moment am richtigen Ort gewesen bist. Mich hat das eine Menge Überwindung gekostet. Viel Mut. Danach habe ich mich richtig groß gefühlt. Für einen kurzen Moment. Danach sind die Zweifel wieder gekommen.
Da sind sie doch noch: die Tränchen. Beim Abschied heute Morgen habe ich kein einziges verdrückt, jetzt kommen sie umso heftiger. Vier intensive Wochen hinterlassen eben ihre Spuren – und das ist gut so. Ich kann nicht zählen, wie viele Umarmungen ich hinter mir habe. Jede einzelne davon hat gut getan. Vielleicht werden wir in dieser Konstellation niemals wieder zusammen kommen, vielleicht aber doch. Das Universum wird schon wissen, was es uns zumuten kann. Für mich ist es trotz allem Trennungsschmerz (Vier Wochen! Himmel und ein bisschen Hölle! Leicht war’s nicht immer, aber schön und gut und notwendig.) kein Abschied. Denn Abschied heißt: für immer. Und unser „Servus, Baba und bis bald“ war kein Abschied für immer. Man trifft einander immer zweimal im Leben. Ich hoffe, es wird mehr als nur zweimal sein.