Ein leeres Blatt Papier

„Ich möchte…“, schreibe ich mit zarten Federstrichen. Gut, ich schreibe es mit blauer Tinte aus einem Kugelschreiber, den ich vor Jahren auf einer Messe eingesteckt habe. Der Werbeaufdruck ist verräterisch. Egal. „Ich würde gerne…“, male ich Buchstaben für Buchstaben auf das edle Blatt Papier, das vor mir auf meinem Schreibtisch liegt. Okay, nein. Ich kritzle hektisch in meinen Notizblock, ein kariertes, leicht vergilbtes Etwas mit Eselsohren. Sitze nicht an meinem Schreibtisch, sondern lümmle auf meiner Couch. Der Kopf ist schwer vom Nachdenken, die Füße lagern auf der Armlehne.

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Frau Karrer zieht um: Hilfe, ich rechne in Billy-Regalen!

In wie viele Badewannen könnte man die Panozzalacke füllen? Wie viele Fußballfelder passen in den Stadtpark? Wie viele Giraffen ist der Donauturm hoch? Vergesst das alles, es wird besser. Ich rechne neuerdings alles nur noch in Billy-Regale um. Ein neues Serversystem für meinen Rechner? Fast sieben Billy-Bücherregale. Ein Bahnticket nach Salzburg? Ein Billy-CD-Regal.

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Wenn Idealismus erwachsen wird

„Ich habe nur das Gefühl, dass du irgendwann an deinem Idealismus zerbrichst“, sagt er. Ich will nicken und schreien: „Ja, verdammt, genau das ist mein Problem!“ Stattdessen schweige ich. Der Kloß in meinem Hals wächst. Gib dir jetzt keine Blöße, denke ich und kämpfe tapfer gegen die aufsteigenden Tränen an. Er steigt in die U-Bahn und ich gehe stumm den Bahnsteig entlang. Ich drehe mich nicht mehr um.

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Frau Karrer sucht das Glück

Das wird jetzt ein bisschen peinlich, aber die Vorgeschichte dazu, wie ich einen meiner vielleicht glücklichsten Momente erlebt habe, kann ich euch natürlich nicht vorenthalten. Die ungeschönte Wahrheit ist nämlich: Vor ein paar Jahren habe ich mich gemeinsam mit meiner Begleitung, die ich hiermit anonym lasse (es genügt ja schon, wenn ich mich blamiere ;)), tatsächlich in der Lobau verirrt.

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Alte Donau statt Hohe See: Eine Bootsfahrt in den Sonnenuntergang

Eine Bootsfahrt auf der Alten Donau, die kann einfach nur lustig sein… In meiner Vorstellung ist das Leben sowieso kaum irgendwo schöner als auf einem Boot. Als Mädchen hatte ich sogar eine Phase, in der ich unbedingt Muschelfischerin werden wollte. Wenn man den Sommer über Jahre hinweg bei den holländischen Freunden verbringt, die eben vom Muschelfang leben, ergibt sich das vielleicht zwangsläufig. Allerdings haben sie mir auch nur die besten Seiten gezeigt: Mal kurz ans Steuer dürfen, den Erwachsenen zuschauen, wie sie sich zum Tauchen ins Wasser runterlassen, im Becken, in dem normalerweise die Muscheln lagern, schwimmen, später sogar ein sonntägliches Picknick auf einer Sandbank machen – sagen wir so: Wenn wir Kinder mit aufs Schiff durften, ging es ausnahmsweise nicht um harte Arbeit. Einmal bin ich auf dem feuchten Boden ausgerutscht und seitdem ziert eine kleine Narbe meinen Unterschenkel. Die erinnert mich an eine wahnsinnig schöne Zeit, die ich mit lieben Menschen am Wasser verbringen durfte.

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Wien. Schmankerln. G'schichten. Reportagen. Skurrilitäten. Erlebnisse. Meinungen. Tipps. Texte. Fotos. Stadtleben & Stadtlieben.