Adventkalender, 13. Türchen: Mord und Totschlag im Kriminalmuseum Wien

Aug‘ in Aug‘ dem Tod stehen Besucher des Wiener Kriminalmuseums im sogenannten „Seifensiederhaus“ (Große Sperlgasse 24) gegenüber. Zum Beispiel dem mumifizierten Kopf eines im 18. Jahrhundert Hingerichteten. „Unter Erhaltung der Kopfhaare“ steht auf einem Schild darunter. Was der Mann verbrochen haben soll, ist dagegen nicht in Erfahrung zu bringen. Dafür erfahren Interessierte in insgesamt 20 Räumen allerlei Geschichten über Verbrechen, Verbrecher und Opfer. Schautafeln, Fotos, Malereien, historische Dokumente, Zeitungsberichte, Flugblätter der ersten öffentlichen Fahndungen, Utensilien von Tatorten, unterschiedlichste Tatwaffen, Totenmasken, Schädel und vieles mehr zeichnen die österreichische Kriminalgeschichte nach.

Geschichte von Justiz, Polizeiwesen und Kriminalität

Kriminalmuseum3 _ c Sabine KarrerFür schwache Nerven ist das Museum nichts, denn es wartet mit allerlei Grauslichkeiten auf und spätestens im Kellergewölbe, in dem ein Teil der Exponate zu sehen ist, stellt sich eine mittelschwere Gänsehaut ein.

Doch allen, die sich darauf einlassen, ermöglicht das Museum spannende Einblicke in die Geschichte von Justiz, Polizeiwesen und Kriminalität von den Hexenprozessen im Mittelalter bis hin zu spektakulären Fällen der jüngeren Vergangenheit. Darunter zum Beispiel der Fall des „Opernmörders“ Josef Weinwurm, jener der Giftmörderin Martha Marek.

Bis heute ungelöst: der Mord im Mainzer Tiergarten

Kriminalmuseum1 _ c Sabine KarrerOder auch der „Mord im Lainzer Tiergarten“. Spaziergänger hatten dort 1928 die teilweise verbrannte Leiche einer Frau gefunden, die erst nach einem Jahr identifiziert werden konnte. Dabei spielten sogenannte Moulagen, realistische Nachbildungen von Körperteilen, eine bedeutende Rolle. Ein Zahnarzt erkannte in der Nachbildung einer Zahnbrücke zufällig jene seiner Patientin Katharina Fellner.

Der Mord selbst ist trotzdem bis heute ungeklärt. Zwar wurden im Zuge der Ermittlungen einige Personen verhaftet und schließlich kam es auch zum Prozess gegen einen Verdächtigen – dieser wurde allerdings aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Er soll kurz darauf Suizid begangen haben, da er keine Chance mehr auf ein normales Leben gesehen habe. Eine Ausgabe der Zeitschrift „Medien & Zeit“ aus dem Jahr 1991 hat sich intensiv mit der Berichterstattung rund um den Mord an Katharina Fellner beschäftigt.

Einen virtuellen Rundgang durch das Kriminalmuseum Wien bietet das BMI an.

Alle Infos zum Wiener Kriminalmuseum gibt es unter kriminalmuseum.at

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