Frau Karrer entdeckt Indochina, Teil 2: In der Bucht von Ha Long

Wir stehen an einer Art Busbahnhof. Gate 1, Gate 2…, ein reges Kommen und Gehen. Mit dem Unterschied, dass uns gleich ein Boot abholen und zu unserem Hotel bringen wird. Eine Dschunke, meinte der Reiseveranstalter, ein schwimmendes Hotel, meine ich. Erstaunlicherweise stört es gar nicht so sehr, dass sich in der Bucht von Ha Long sehr viele von denen aneinander reihen. Tagsüber genießen wir den Ausblick aufs türkisfarbene Meer und die felsigen Inseln, etwa 2000 an der Zahl. Der Legende nach sind sie aus Perlen entstanden, die ein Drache ausgespuckt hat, um Eindringlinge zu vertreiben. Daher auch der Name: „Ha Long“ heißt „herabsteigender Drache“. Eine schöne Geschichte, auch wenn es die Wissenschaft heute natürlich besser weiß. Keine Legende ist dagegen, dass Ha Long Bay als Kulisse für den James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ gedient hat.

Mit einem kleinen Boot geht es zur berühmten Höhle Hang Sun Sot („Höhle der Überraschungen“). Die Luftfeuchtigkeit drinnen ist zumindest gefühlt noch höher als draußen. Treppen rauf, Treppen runter, man hält sich gerade so auf den Beinen. Die Höhle wäre sicher auch ohne Discobeleuchtung sehr schön, aber das macht schon einiges her. Später geht es zum ziemlich überfüllten Strand, wo wir eine Stunde Zeit haben. (Das nervt übrigens an Reisegruppen, vor allem an den größeren: Alles ist durchgeplant, man kann nicht einfach länger bleiben, wenn es einem besonders gut gefällt. Die nächste Reise dann vielleicht doch lieber mit einer kleineren Gruppe oder gleich individuell, sofern sich jemand findet, der das Abenteuer „Urlaub mit Sabine“ wagen möchte.) Kurz rein ins lauwarme Wasser, ein paar Meter zwischen den vielen anderen Touristen umher schwimmen, abtrocknen, anziehen, zurück zum Hotelschiff. Abends sehen wir der Sonne beim Untergehen zu und beobachten die kleinen Holzboote, von denen aus Vietnamesinnen Getränke und Zigaretten an Gäste verkaufen.

Am nächsten Morgen besichtigen wir mit dem Ruderboot eine Grotte. Wobei ein eher zarter Vietnamese rudert und wir in unseren Schwimmwesten eingepfercht auf Holzbänken sitzen. Ich werfe den Individualtouristen in ihren Zweier-Kanus neidische Blicke zu. Danach bringt uns das schwimmende Hotel zurück aufs Festland. Wir fahren erstaunlich lange dorthin zurück. Dass sich unsere Riesen-Dschunke in diesen eineinhalb Tagen bewegt hatte, war mir schon aufgefallen, nicht aber, wie weit sie uns gebracht hatte.

Mein Fazit zu Ha Long Bay: Es ist definitiv eine Reise wert, aber beim nächsten Mal würde ich mehr als nur eine Nacht einplanen.





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