Eine Schiffsreise in Zeiten von Corona, Teil 8: VARDØ

Bevor wir in hoffentlich absehbarer Zeit Norwegen wieder verlassen würden, drehte das Land noch einmal so richtig auf. Als würde es uns sagen wollen: „Ach bleibt doch noch ein bisschen.“ Oder wenigstens: „Kommt bald wieder.“ Im achten Teil meiner kleinen Reise-Foto-Reportage verliebte ich mich dann so richtig in diesen Teil Norwegens.

Das Fischerdorf Vardø

Nach den erfolgreichen Nordlicht-Sichtungen entschädigte uns nun auch das Fischerdorf Vardø für alle Unannehmlichkeiten. Vardø ist eines der zauberhaftesten Dörfer, die ich je gesehen habe, eingehüllt noch dazu in die absolut zauberhafteste Stimmung. Ich lasse ein paar Bilder sprechen:

Rosarote Zuckerwattewolken

Schneebedeckte Landschaften

Unübersehbar: die Radarstation

Schon als wir uns Vardø näherten, fiel mir unweigerlich eine riesengroße weiße Kuppel auf, die mich zuerst an eine Forschungsstation erinnerte. In Wirklichkeit ist es aber fast noch aufregender. Tatsächlich handelt es sich nämlich um die Radarstation Globus II., die offiziell Weltraummüll verfolgt.

Inoffiziell dürfte es aber durchaus auch mit der unmittelbaren Nähe von Vardø zu Russland und mit dem Kalten Krieg zu tun haben, heißt es zumindest bei Wikipedia. Nicht ganz konfliktfrei, die Geschichte. Ich habe darüber noch nicht rasend viel herausgefunden, bleibe aber dran.

Und ein Leuchtturm

Auf dem Weg zurück nach Tromsø folgte eine Strecke über das offene Meer. Auf mich wirkte sich der Wellengang glücklicherweise so aus, dass ich es relativ witzig fand, beim Gehen hin und her geschleudert zu werden. Bei Mama war es leider so, dass sie seekrank ins Bett fiel.

Zum Abendessen ging ich diesmal alleine. Freundlicherweise gab mir der Kellner ein Körbchen mit Obst und Keksen für meine arme, seekranke Mama mit. Kaltes Cola gab‘s von mir und von einer meiner netten Reisebekanntschaften gab‘s Reisetabletten (blöderweise erklärte mir der Expeditionsleiter, die Tabletten würden nur helfen, wenn man sie rechtzeitig nehmen würde – weiß ich das jetzt auch).

Ein letztes Bier vor dem Heimflug – oder doch nicht?

Da wir am nächsten Tag in Tromsø ankommen sollten, kaufte ich mir noch ein Bier beim lustigen Barmann und setzte mich auf einer der gemütlichen Ledergarnituren, um meine Ansichtskarten zu schreiben. Ziemlich genau um 22 Uhr hatte ich gerade die letzte Karte unterschrieben und nur noch einen Schluck Bier im Glas, da ertönte wieder das Geräusch der Sprechanlage. Leider wussten wir inzwischen, dass das wirklich niemals etwas Gutes bedeutete… Und ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich mir diese Durchsage anhöre.

Meine Damen und Herren, die norwegische Regierung und auch die Führung der Hurtigruten haben beschlossen, dass alle internationalen Gäste mit sofortiger Wirkung am nächsten Flughafen an Land gehen müssen. Wir haben deswegen das Schiff gewendet und wir sind nun auf unserer Reise zurück nach Kirkenes. In Kirkenes müssen alle internationalen Passagiere das Schiff verlassen und die Hurtigruten werden Ihnen ein neues Flugticket nach Hause ausstellen.“

Nun war es tatsächlich passiert: Wir hatten zwei Flüge von Tromsø zurück nach Wien, aber absolut keine Chance, diese auch wahrzunehmen.

Weiter geht’s dann im neunten und vorletzten Teil…


Eine Schiffsreise in Zeiten von Corona in zehn Kapiteln:


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