Die „Eagles of Death Metal“ waren im Wiener Gasometer

Die „Eagles of Death Metal“ (EODM) haben gestern ihr Wien-Konzert nachgeholt. Zu meinem Leidwesen auf Grund der großen Nachfrage im Gasometer statt wie geplant in der Arena. Ich bin ein großer Arena-Fan, dagegen finde ich am Gasometer einfach alles komplett unsexy. Vom Einkaufszentrum bis zur Konzerthalle. Aber egal, da mussten wir durch. N., die mich netterweise begleitet hat (ich kaufe ja nie nur eine Konzertkarte, irgendwer hat sich immer noch gefunden ;)), meinte, weiter hinten, zwischen Bar und Tontechnik, gäbe es ein feines Plätzchen. Das bewahrheitet sich dann auch. Bis zu dem Moment, in dem ihr rausrutscht, dass hinten vielleicht gar nicht so der tollste Platz ist… Paris, Bataclan, aja, da ist es wieder.

Ich finde es beachtlich, dass die EODM nur drei Monate „danach“ wieder spielen. Niemand von uns kann auch nur erahnen, was dabei in ihnen vorgeht. Auch die „White Miles“ waren schon im Bataclan als Vorgruppe aufgetreten, nun sind sie erneut mit den EODM auf Tour.

Warum ich da eigentlich hingehe, hat mich jemand gefragt. Aus Solidarität? Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich habe die Band vor Paris schlichtweg nicht gekannt. Danach habe ich sie mir angehört und für gut befunden. Hätte ich sie vorher gekannt, hätte ich mir schon für das ursprünglich für letzten November geplante Konzert Karten besorgt. That’s it. Ob ich das gemacht hätte, hätte ich schon vorher gewusst, dass Frontmann Jesse Hughes für das Recht auf Waffen für alle eintritt, weiß ich dagegen nicht. So eine Forderung finde ich nicht nur grenzwertig, sondern komplett bescheuert. Aber ich kann irgendwie darüber hinweg schauen, immerhin bejubeln die EODM in ihren Texten nicht gerade die US-Waffenlobby oder so.

Verstärkte Sicherheitskontrollen hatte ich erwartet – und sogar meinen Reisepass eingepackt. Was weiß man schon. Wir werden ein wenig wie am Flughafen gefilzt. Vorne durchleuchtet, hinten durchleuchtet, dann nochmal Abtasten, Taschenkontrolle, der Hinweis, wir mögen diese an der Garderobe abgeben. Natürlich musste ich das bei einem Konzert bis dahin noch nie. Ich denke, die verdienen daran auch ganz gut, immerhin berappe ich für Tasche und Mantel dann gleich drei Euro. Und muss mir Geldbörse, Handy, Zigaretten und Konzertkarte in die Hosensäcke quetschen. Gut, dass ich zufällig vier davon habe.

EODM1_wien_2016 _ c Sabine KarrerErst einmal eine rauchen. Und Bier zum „Aufwärmen“ bestellen. N. und ich suchen dann unseren Platz an der Bar und geben uns die „White Miles“. Fantastisch, kann ich nur sagen.

Ich bin übrigens keine Konzertkritikerin, daher überlasse ich diesen Part lieber denen, die das können. Nachzulesen zum Beispiel hier, hier oder hier.

Dann endlich kündigen sich die EODM an: Zu Falcos „Amadeus“ betreten sie die Bühne. Schon gewonnen, lachen N. und ich – und singen natürlich lauthals mit. Das Konzert ist großartig, die Stimmung super. So gerne ich die Alben bei Spotify rauf und runter höre, live sind sie noch besser. Ich bin vorher nicht sicher gewesen, ob mein gerade etwas lädiertes Bein das lange Stehen durchhalten würde. Heute habe ich vom ganzen Rumtanzen einen Muskelkater. Geht. Irgendwann kommt „Save a Prayer“, den Song liebe ich besonders. Bei „I love you all the Time“ filme ich mit. Normalerweise stehen Menschen, die das machen, auf Konzerten immer genau vor mir. Diesmal bin es eben mal ich. Es sei mir verziehen.

Einige Zugaben folgen und ich harre aus, bis die letzten Töne verklungen sind. Das Licht geht gefühlt leider viel zu früh an. Andererseits glücklicherweise noch früh genug, um den letzten Autobus nachhause zu erwischen. Am Heimweg schreibe ich meiner Mama, dass wie zu erwarten alles gut ist. Ein bisschen schwingt Paris eben doch noch mit, so idiotisch das sein mag. Man kann den EODM nur wünschen, dass sie nicht auf immer und ewig mit dem Unfassbaren verknüpft sein werden – ihre Musik ist es jedenfalls wert, davon abgekoppelt gemocht zu werden. Finde ich.

Das Gasometer mag ich übrigens noch immer nicht. Gut, dass auf meiner Karte fürs nächste Konzert groß und deutlich „Arena Wien“ steht. Möge sich daran bitte nichts ändern.

EODM4_wien_2016 _ c Sabine Karrer

Facebooktwittergoogle_pluslinkedintumblrmail

Ein Gedanke zu „Die „Eagles of Death Metal“ waren im Wiener Gasometer“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.